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Knie Verletzung zwei und drei

«Wo soll ich überhaupt beginnen?» Das frage ich mich schon seit längerem. Ich möchte euch dennoch über meine aktuelle Situation informieren, so schwer es mir auch fällt.

Nach meiner zehnwöchiger rechter Knieverletzung, während der Saison, startete ich wieder gut ins Training. Ich hatte Mühe wieder Motivation zu finden, doch als ich wieder richtig gestartet war, war ich motivierter denn je. Ich fühlte mich in jedem Training besser und konnte langsam wieder an meiner alten Form anknüpfen. In jedem Training top motiviert und nur ein Gedanke: Weltcup Lenzerheide 2022.


Ich trainierte sehr viel, im Durchschnitt über 15 Stunden, teilweise sogar 20 Stunden in der Woche.

Nach einem 3.5-stündigem Training merkte ich plötzlich einen starken Schmerz im linken Knie.  Durch meinen Trainer konnte ich den Kontakt zu Patrik Noack knüpfen, einer der bekanntesten Sportärzte der Schweiz, welcher auch mehrfacher Olympia Arzt ist. 

Ich fühlte mich direkt sehr gut aufgehoben und wurde sofort behandelt. Beim MRI wurde ein starker Reiz hinter der Kniescheibe entdeckt. Der Grund ist bis jetzt unbekannt. Ich bekam anschliessend eine Hyaluronspritze in das Kniegelenk. Hyaluronsäure ist auch im eigenen Körper zu finden und natürlich. Es hemmt die Entzündung und schmiert das Gelenk.


Ich spürte bereits nach einigen Tagen eine starke Minderung der Schmerzen. Kurz danach durfte ich wieder mit lockeren Trainings beginnen. Die Motivation war wieder da. Ich verlor aber circa vier Wochen von meinem Aufbautraining.


Nach nicht mal einer Woche mit lockeren Trainings kam der erneute Rückschlag. Wieder starke Schmerzen im rechten (alten) Knie. Sofort nahm ich wieder Kontakt mit dem Arzt auf. Die Sehne, die schon während der Saison gereizt war und mit Kortison behandelt wurde, hatte sich wieder verschlechtert. Wir entschieden uns gegen eine erneute Spritze und versuchten eine Stosswellenbehandlung. Nach drei Sitzungen ohne Erfolg und langem warten, kamen wir zu dem Entschluss, dass Hyaluron gespritzt werden sollte. Trotz dieser Spritze gingen die Schmerzen nicht weg und die Situation verschlechterte sich wieder.


Nach nun fast 12 Wochen ohne Training, haben wir uns entschieden, nochmals ein MRI zu machen. Dort wurde eine Entzündung bei meiner Plica hinter der Kniescheibe festgestellt. Normalerweise muss eine solche Verletzung operiert werden. Mein Arzt hat sich für eine erneute Kortison Spritze entschieden. Ich muss jetzt noch einige Tage warten, bevor ich wieder mit ganz lockerem Training beginnen kann, wenn alles passen sollte.


Mental macht mir das Ganze sehr zu schaffen. Das erste Rennen findet bereits in 2 Monaten statt. Ohne einen richtigen Aufbau, wird es schwierig werden, pünktlich in die Saison zu starten. Ich hoffe, dass nun endlich eine Behandlung erfolgreich sein wird.


Eine kurze Auflistung meiner Behandlungen

Drei verschiedene Ätzte, fast jede Woche Massagen und Physiotherapien, zwei Behandlungen beim Osteopathen, Stoffwechselanalyse, Akupunktur, Stosswellenbehandlung, zwei Bike- Fittings (um zu sehen ob die Schmerzen von der Velo Position komme), sowie Reiki Behandlungen.

Alles ohne nennenswerten Erfolg oder Antworten, wieso und warum die Schmerzen so hartnäckig sind. Ich werde alles geben, um stärker zurückzukommen.


Mein Ziel für die Saison 2022 ist einen langsamen Einstieg zurück in das Renngeschehen. Ich möchte mich vor allem nur auf die Vorbereitung für den Weltcup Lenzerheide konzentrieren.

Während dieser Verletzungsphase bin ich ausserordentlich dankbar Sponsoren zu haben. Es ist sehr kostenintensiv, da nicht alles von der Krankenkasse übernommen wird und ich schon unzählige Behandlungen versucht habe.

Vielen Dank